Burgenland: Landesflagge und Steckbrief
Regionalwissen aus Österreich: Lage, Geschichte und besondere Fakten.
Das Burgenland bildet Österreichs östlichen Übergang zur pannonischen Landschaft. Rund um den Neusiedler See treffen Weinbau, Schilf, Dörfer und grenzüberschreitende Kulturgeschichte zusammen, während weiter südlich stärker gegliederte Hügellandschaften folgen. Die rot-gelbe Flagge mit dem Adlerwappen kennzeichnet ein Bundesland, dessen Zugehörigkeit zu Österreich erst im frühen zwanzigsten Jahrhundert ihre heutige Form annahm.
Die Flagge von Burgenland
Die ausgewählte Flagge zeigt einen roten oberen und einen gelben unteren Streifen. Mittig steht ein gelber Schild mit einem roten Adler. Das Tier und die zusätzlichen heraldischen Einzelheiten machen diese wappentragende Variante deutlich von einer bloßen rot-gelben Zweifarbenflagge unterscheidbar.
Der Adler gehört zum Landeswappen und sollte nicht mit dem österreichischen Bundesadler gleichgesetzt werden. Für die Bildbestimmung sind der gelbe Schild, das rote Tier und die beiden waagerechten Landesfarben entscheidend. Die Flagge beschreibt keine konkrete Burg oder Seelandschaft, auch wenn solche Motive mit dem Landesnamen verbunden werden.
Landeshauptstadt: Eisenstadt
Das Burgenland liegt entlang der österreichisch-ungarischen Grenze. Eisenstadt ist seine Landeshauptstadt. Die langgestreckte Form verbindet nördliche, mittlere und südliche Landschaften, deren natürliche Voraussetzungen sich deutlich unterscheiden. Deshalb ist der bekannte Seeraum nur ein Teil des Bundeslandes und kein vollständiges Bild seiner geografischen Vielfalt.
Die Landesgeografie umfasst Ausläufer der Zentralalpen, Randflächen des pannonischen Tieflands und Hügelländer. Leithagebirge, Parndorfer Platte, Seewinkel und Wulkaebene sind wichtige Namen zur Orientierung. Mehrere Flüsse entwässern nach Osten zur Donau hin; darunter befinden sich Leitha, Wulka, Pinka, Lafnitz und Raab.
Burgenland auf einen Blick
| Merkmal | Wissenswertes |
|---|---|
| Name | Burgenland |
| Land | Österreich |
| Gebietstyp | Bundesland |
| Landeshauptstadt | Eisenstadt |
| Flagge im Quiz | Die ausgewählte Flagge zeigt einen roten oberen und einen gelben unteren Streifen. |
| Großer See | Neusiedler See |
| Östlicher Landschaftsraum | Pannonisches Tiefland |
| Teilraum beim See | Seewinkel |
| Nördlicher Höhenzug | Leithagebirge |
| Fluss | Wulka |
| Frühere Zugehörigkeit | Bis 1918 ungarische Reichshälfte |
| Übergang zu Österreich | 1921 |
| Grenzöffnung | 1989 |
| Grenzüberschreitendes Welterbe | Fertö/Neusiedler See |
Landschaft, Geschichte und Kultur
Der Neusiedler See und der Seewinkel bilden einen außergewöhnlichen Naturraum Mitteleuropas. Schilf, offene Wasserflächen und die umgebende Kulturlandschaft stehen in enger Beziehung. Die Landschaft lässt sich zugleich ökologisch und kulturhistorisch betrachten: Naturvoraussetzungen beeinflussen Landwirtschaft und Siedlungen, während jahrhundertelange Nutzung das heutige Erscheinungsbild mitgestaltet hat.
Bis 1918 gehörte das heutige Landesgebiet zur ungarischen Reichshälfte Österreich-Ungarns. Der Übergang zu Österreich wurde nach dem Ersten Weltkrieg politisch umkämpft und 1921 vollzogen. Ödenburg, das heutige Sopron, blieb nach einer Volksabstimmung bei Ungarn. Das erklärt, weshalb Landesentstehung und heutige Grenzziehung eng miteinander verbunden sind.
Die Geschichte des Burgenlandes ist auch eine Geschichte sprachlicher und kultureller Vielfalt. Deutsch- und kroatischsprachige Bevölkerungsgruppen gehörten zu den Menschen, deren Alltag sich durch die neue Grenze veränderte. Verbindungen nach Niederösterreich und in die Steiermark bestanden schon vorher. Politische Neuordnung schuf hier keine völlig neue Landschaft ohne ältere Beziehungen.
Drei Besonderheiten zum Weitererzählen
Kulturlandschaft am See
Die UNESCO-Stätte Fertö/Neusiedler See liegt beiderseits der österreichisch-ungarischen Grenze. Sie würdigt ein langes Zusammenwirken von Menschen und Umwelt. Dörfliche Architektur, landwirtschaftliche Nutzung und herrschaftliche Bauten gehören deshalb ebenso zur Aussage des Welterbes wie die markante Lage am See.
Öffnung der Grenze
1989 erhielt das Burgenland durch die Öffnung der ungarischen Grenze eine besondere europäische Bedeutung. Das symbolische Durchschneiden des Grenzzauns bei Klingenbach steht für diese Veränderung. Aus einer stark trennenden Grenze entwickelte sich wieder ein Raum intensiverer Begegnungen und gemeinsamer Vorhaben.
Gemeinsamer Nationalparkgedanke
Bereits 1988 formulierten Österreich und Ungarn den Wunsch nach einem gemeinsamen Nationalpark im Seeraum. Das Vorhaben zeigt, dass Wasser, Vogelwelt und andere ökologische Beziehungen über staatliche Grenzen hinausreichen. Die grenzüberschreitende Perspektive ergänzt daher unmittelbar die historische und geografische Betrachtung des Burgenlandes.
Flaggen und Orte im Zusammenhang
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Quellen und Flaggenvariante
Die Texte und Steckbriefe stützen sich auf die folgenden institutionellen Quellen. Die Flaggenabbildung übernimmt die Variante aus unserer Lernsammlung; weitere örtlich gebräuchliche Formen können davon abweichen.
- Land Burgenland: Geschichte
- Land Burgenland: Geographie und Topographie
- Land Burgenland: 1988 bis heute
- UNESCO: Fertö/Neusiedlersee Cultural Landscape
Bildquellen und Lizenzen aller Flaggen · Quellenverzeichnis der Städte- und Regionenprofile